Am Sonntag, 11. September, ist bundesweit der „Tag des offenen Denkmals“.
Unter dem Motto „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ lädt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in diesem Jahr dazu ein, die Details der Bausubstanz unter die Lupe zu nehmen. Welche Spuren haben sich im Material und am Bauwerk verewigt? Und was verraten sie uns über die Vergangenheit, Gegenwart und für die Zukunft? Auch in der Stadt Landshut können sich Interessierte auf Spurensuche begeben und an diesem Tag insgesamt elf Baudenkmäler, die sonst nicht oder nur selten für die Öffentlichkeit zugänglich sind, bei freiem Eintritt besichtigen.

Dazu zählen unter anderem Führungen durch die Heiliggeistkirche und den Dachstuhl, für die aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ein Ticket – erhältlich in der Tourist-Info – erforderlich ist. Eine begrenzte Teilnehmerzahl gilt auch für die Führung durch die Jesuitenkirche – hier wird um eine Anmeldung vor Ort gebeten. Im historischen Brunnenhaus der Stadt, dem heutigen Bauzunfthaus, wird neben Führungen auch ein Biergartenbetrieb im Innenhof angeboten.
Folgende Vereine, Behörden, Kirchen und Pfarreien, Bauherren, Architekten und Gebäudeeigentümer wirken am „Tag des offenen Denkmals“ mit: Untere Denkmalschutzbehörde, Stadt Landshut, Museen der Stadt Landshut, Freunde der Altstadt e.V., Pfarrei St. Martin, Familie Fichtel, Gastgeb, Bauzunfthaus Landshut e.V..
Die Zusammenstellung und die Koordination des Programms erfolgte durch die Untere Denkmalschutzbehörde im Referat für Bauen und Umwelt der Stadt Landshut. Informationen zum Programm gibt es auch unter www.tag-des-offenen-denkmals.de/programm (Suchfeldeingabe Landshut).

Zum Programm:

Holzblockhaus aus dem 15. Jahrhundert: Pfettrachgasse 7,
geöffnet von 11 bis 19 Uhr, Führungen zwischen 12 und 18 Uhr.
Veranstalter: Gastgeb, „Stenger2, Architekten“ sowie Freunde der Altstadt e.V.

Die Sanierung des Holzblockhauses aus dem Jahr 1486 wurde in diesem Jahr mit der Bayerischen Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet. Es handelt sich wohl um ein Handwerker- oder Tagelöhnerhaus im Umfeld des Klosters Seligenthal. Vom bauzeitlichen Blockbau ist noch ein großer Teil erhalten.

Bauzunfthaus/historisches Brunnenhaus: Dreifaltigkeitsplatz 2,
geöffnet von 10 bis 16 Uhr, inklusive Schmiede- und Schusterwerkstatt sowie Wehrgang; Biergartenbetrieb im Innenhof mit Frühschoppen, Brotzeiten, Kaffee und Kuchen sowie frischem Brot aus dem Bäckerhäuschen und Bier der neugegründeten Brauerei Weihbichebräu.
Führungen um 11 und 15 Uhr mit Architektin Claudia Geilersdorfer. Restaurator Alfons Empl erklärt jeweils alte Handwerkszeuge;
Präsentation des Bauzunfthaus-Kalenders 2023 über „Baumeister und Architekten in Landshut“ um 12.30 Uhr.
Veranstalter: Bauzunfthaus Landshut e.V.

Schatzkammer von St. Martin: Am Martinsfriedhof 225,
geöffnet von 14 bis 17 Uhr,
Führungen von Dr. Martina Außermeier zu jeder vollen Stunde.
Veranstalter: Pfarrei St. Martin

Heiliggeistkirche: Heilig-Geist-Gasse 394,
geöffnet von 14.30 und 15.30 Uhr,
Führung durch die Heiliggeistkirche inklusive Dachboden duch Max Tewes, Zutritt nur mit Ticket – erhältlich in der Tourist-Info im Rathaus (geöffnet am Donnerstag und Freitag von 9 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 15.30 Uhr), festes Schuhwerk ist erforderlich.
Veranstalter: Museen der Stadt Landshut

Jesuitenkirche: Spiegelgasse 205-480,
Führungen von 14 bis 16 Uhr zu jeder halben und vollen Stunde, Treffpunkt am Hauptportal, maximal 15 Teilnehmer, Anmeldung vor Ort erforderlich.
Veranstalter: Freunde der Altstadt e.V.

Neustadt 466
Schaufensterpräsentation zur Baugeschichte und zum Sanierungskonzept
Veranstalter: Familie Fichtel

Das 1332 errichtete zweigeschossige Wohn- und Geschäftshaus mit giebelständigem Eckbau und Giebelzinnen ist eines der ältesten Häuser der Neustadt und überstand sogar den großen Stadtbrand in Landshut im Jahr 1342. Es wurde 1638/39 umgebaut und Ende des 19. Jahrhunderts ausgebaut. Dem Gebäude soll nun eine umfassende Sanierung zukommen.

Gasthaus zum Freischütz: Neustadt 446,
geöffnet von 12 bis 18 Uhr,
Bilderausstellung über den Wandel des Gebäudes im Laufe der Jahrhunderte.
Veranstalter: Familie Fichtel

Das Gebäude hat einen dreigeschossigen Walmdachbau zu sechs Achsen in Ecklage und stammt im Kern aus dem 17. Jahrhundert, die Fassade ist spätklassizistisch und entstand nach 1822.
Für das Gebäude des Gasthauses „zum Freischütz“ wurde bereits im 16. Jahrhundert erstmals das Schankrecht dokumentiert. Auch heute befindet sich darin eine lebendige Gastronomie. Das Gebäude und seine Nutzung wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte bis zu einer Sanierung im Jahr 2016.

Schwarzer Hahn: Nahensteig 189,
geöffnet 11 bis 18 Uhr,
25-minütige Dokumentation über die Sanierungsschritte des mittelalterlichen Gebäudes mit allen Rückschlägen, Highlights und dem Spagat zwischen denkmalgerechter und wirtschaftlicher Sanierung sowie dem Erhalt der beiden Landshuter Kultinstitutionen „Kinoptikum“ und dem „Gasthaus zum schwarzen Hahn“.
Veranstalter: Filip Fichtel, Schwarzer Hahn und Kinoptikum

Der dreigeschossige Bau zu sieben Achsen an der Westseite und einem Giebel mit Schwalbenschwanzzinne ist im Kern aus dem 16./17. Jahrhundert, die Fassade stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Ainmiller – Fassade: Altstadt 195B,
geöffnet von 11 bis 18 Uhr,
begehbare Bilderausstellung im Durchgang von der Altstadt zum Ainmiller-Innenhof bis hin zur aufwendigen Fassadensanierung.
Veranstalter: Familie Fichtel

Das Gasthaus Ainmiller ist ein stattlicher dreigeschossiger Bau. Der Kern stammt aus dem 15. Jahrhundert, die Lauben haben zum Teil noch ein spätgotisches Kreuzrippengewölbe. Auch besteht noch eine neugotische Fassade mit Treppengiebeln von 1844. Umbauten erfolgten in den Jahren 1877 und 1984 sowie die Fassadensanierung 2020/21.

Rekonstruierte Stadtmauer: Am Alten Viehmarkt 1;
Besichtigungen von 10 bis 17 Uhr,
regelmäßige Führungen durch Dr. Isabella Denk (Vormittag) und Kristina Forster (Nachmittag).
Veranstalter: Untere Denkmalschutzbehörde, Stadt Landshut

Der Abriss der ehemaligen Ursulinen-Turnhalle machte einen teilweisen Wiederaufbau der dortigen Stadtmauer notwendig. Im Rahmen archäologischer
Ausgrabungen sowie anhand von historischen Plänen konnte ihr Originalverlauf ermittelt und wiederhergestellt werden. Allerdings werfen die unterschiedliche handwerkliche Machart der verbliebenen mittelalterlichen Mauerfragmente sowie ein Knick im Verlauf des Bauwerks noch einige Fragen auf.

Führung durch die Ländgasse:
jeweils um 10 und um 11.30 Uhr „Randbegehung“ – ein Stadtspaziergang durch die Länd;
Treffpunkt: Einmündung Obere Ländgasse/Altstadt.
Veranstalter: Freunde der Altstadt e.V.

Foto: Christine Vinçon (Abdruck mit Quellenangabe honorarfrei)

Bildunterschrift: Anlässlich des „Tag des offenen Denkmals“ am kommenden Sonntag können sich interessierte Bürger und Besucher auch in Landshut auf Denkmäler-Spurensuche begeben, wie etwa zur rekonstruierten Stadtmauer am Alten Viehmarkt 1. Dr. Isabella Denk und Kristina Forster bieten von 10 bis 17 Uhr regelmäßige Führungen an.